Johannes von Gott

Ordensgründer der Barmherzigen Brüder

Johannes von Gott
Johannes von Gott

Am 8. März 1495 wurde im portugiesischen Städtchen Montemor-o-Novo ein Johannes Ciudad als Sohn von Gemüsehändlern geboren. Bereits mit acht Jahren verließ er ohne Wissen seiner Eltern seine Heimatstadt. Ungeklärt ist, ob er entführt wurde oder sich fahrenden Kaufleuten oder Studenten anschloss.
Er landet im spanischen Oropesa, wo er jahrelang als Schafhirte arbeitet. Später verdingt er sich als Söldner, kommt im Rahmen der Türkenkriege bis vor Wien. Dabei lagert er am 1. Sept. 1532 auch vor Linz.
Nach Aufenthalt in Nordafrika und Gibraltar wird er wandernder Buchhändler, der sich 1538 im südspanischen Granada niederlässt. Hier erfährt sein Leben eine grundlegende Kehrtwendung. Eine Predigt des Johannes von Avila am 20. Jänner 1539 erschüttert den 40jährigen Mann zutiefst. Er erlebt eine totale innere Erschütterung, sieht sein ganzes bisheriges Leben als vergeudet, wälzt sich am Boden, fleht Gott und wildfremde Menschen um Vergebung an.

Als "Geisteskranker" kommt er ins königliche Hospital und wird hier bis Mitte Mai 1539 eingesperrt.
Nach anschließender langer Pilgerfahrt läßt sich Johannes in Granada wiederum nieder und widmet sein weiteres Leben der Betreuung und Pflege Armer und Kranker. Kranke, die er auf den Straßen aufliest, werden zunächst in den Hauseingängen wohlgesinnter Adeliger mit erbetteltem Gut versorgt. An einem dieser Gebäude entdeckt er auch seinen Leitspruch "Das Herz befehle".

Um 1540 kann er den Wunsch nach einem eigenen Haus, seinem ersten Hospital, verwirklichen. Hier betreibt er Krankenpflege, wie er sie sich vorstellt:
Er will den Kranken ihre Würde geben, wie arm sie auch immer sind, unabhängig von Herkunft oder Religion, was gerade im Spanien der Inquisition viel bedeutete; er will den Kranken Licht, Luft, Sauberkeit zukommen lassen, stellt jedem ein eigenes Bett zur Verfügung. Er trennt die Kranken nach Leiden.
Er wird so zum Begründer der modernen Krankenpflege, insbesondere auch der Pflege Geisteskranker, die er aus eigener Erfahrung als Patienten und nicht als Besessene sieht und ihnen so mit Liebe begegnet.
Alles wird erbettelt, sein Ruf "Tut Gutes, Brüder" gehört zum Straßenbild Granadas und wird namensgebend für den Orden der Barmherzigen Brüder, der aus ihm hervorgeht: In Italien heißen sie heute "Fate Bene Fratelli".
Er bekommt ein zweites, größeres Haus zur Verfügung gestellt und findet Förderer. Johannes kümmert sich auch um Prostituierte und elternlose Kinder. In allem persönlich bis zum letzten Einsatz gehend, braucht er Mitarbeiter und muss im Sinne einer "Strukturethik" so organisieren, dass sein Ideal verwirklicht wird: "Übt stets die Nächstenliebe, denn wo keine Liebe ist, da ist auch Gott nicht, obwohl doch Gott überall ist." (Brief an Lois Bautista).
Beim Sammeln von Treibholz versucht er einen Ertrinkenden zu retten und erkrankt anschließend. Johannes Ciudad, inzwischen trägt er den vom Bischof verliehenen Ehrennamen "von Gott", stirbt im Rufe eines Heiligen am 8.März 1550, nachdem er sein Werk in die Hände seines ersten Helfers Anton Martin übergeben hat.

Johannes von Gott wurde 1630 selig gesprochen, 1690 heilig gesprochen. 1886 wurde er von Papst Leo XIII. zum Schutzpatron aller Spitäler und aller Kranker ernannt, 1930 auch zum Fürsprecher aller in der Krankenpflege Tätigen.
Aus der Gemeinschaft um ihn geht der Orden der Barmherzigen Brüder hervor, der nach seinem Tod sehr rasch Wachstum und Verbreitung findet. 1571 wird die Kongregation von Papst Pius V. anerkannt und kann 1584 das Krankenhaus auf der Tiber-Insel in Rom gründen, das auch heute noch der Sitz des Ordensgenerals ist.
Bereits 1605 entsteht ein erstes Hospital in Feldsberg - heute Mähren - als Keimzelle der österreichischen Ordensprovinz, die heute zehn Werke führt: sieben Krankenhäuser (Wien, Linz, Eisenstadt, St. Veit, Salzburg, zwei in Graz), eine Behindertenanstalt in Kainbach bei Graz, ein Altersheim in Kritzendorf bei Wien, eine Kneipp - Kuranstalt in Schärding / Inn.

Johannes v. Gott Pflegezentrum
Johannes v. Gott Pflegezentrum damals noch die geschlossene Anstalt Schloss Kainbach

Einzelnachweise und Quellen:

Kurzer Auszug aus der Gemeindechronik: "Gemeinde Kainbach" Vergangenheit und Gegenwart
(c) 1997 Gemeinde Kainbach (Herausgeber)
Redaktion: Gernot Fournier u. Viktor Hochfellner (für den Inhalt Verantwortlich)
Satz u. Layout: Verlag Josef Riegler 8071 Hausmannstätten
Druck: Steiermärkische Landesdruckerei, Graz

. die Texte und Informationen wurden teilweise, mit freundlicher Zustimmung vom Mitautor der Gemeindechronik, Viktor Hochfellner, aus dieser 660 seitigen Gemeindechronik entlehnt, welche im Gemeindeamt erhältlich ist.
Diese Chronik enthält auch noch Illustrationen, Bilder, Geschichten, Beschreibungen über Kulturdenkmäler und landschaftliche Besonderheiten sowie Sitte u. Brauchtum, Vereine u. Vereinigungen, Quellen u. Literaturnachweise usw.

Zusammen mit Herrn Viktor Hochfellner und mir wurde die Bilderserie Sehenswertes Kainbach erstellt und ist auf Google+ einsehbar. Dieses Werk steht unter einer CreativeCommons-Lizenz
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/at/v
s. auch:
http://www.kainbach.info/impressum.php#3517359c3f11e6909 "komerzinfo.txt"

Dies gilt auch für die "weiterführende Historie":

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